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Grundsätzliches

Stenografie
 








Stenografie - auch Kurzschrift genannt

"Steno? Das braucht doch heute kein Mensch mehr!" Diese und ähnliche Argumente höre ich häufig. Ich habe nie danach gefragt, ob ich es gebrauchen kann! Ich gebrauche es einfach - und das täglich! Die Stenografie ist eines der Dinge, die ich in meinem Leben nicht missen möchte!

Ich gebe zu: Es ist nicht für jeden ganz einfach, Steno zu erlernen, aber wer Spaß an der deutschen Sprache und am Schreiben hat, für den ist Steno ein enorme Bereicherung.

Dass auch hier fleißig und regelmäßig geübt werden sollte, ist doch klar! Die Langschrift (das, was jeder im ersten Schuljahr an Schrift gelernt hat) wird ja auch nicht an einem Tag erlernt. Außerdem kommt auch nicht jeder mit Mathematik, Physik, Chemie usw. klar. Jeder hat eben andere Talente ...

Wo liegen denn nun die Vorteile der Stenografie? Eine meiner Stenoschülerinnen schrieb einen Artikel dazu. Lest selbst:

Längst nicht mehr aktuell und durch moderne Technik mühelos ersetzbar - das ist die Meinung vieler "Langschriftschreiber" über die einst so populäre "Deutsche Einheitskurzschrift". Aber die Stenografie hat es immer noch in sich: Hinter den zahlreichen Strichen und Schnörkeln verbirgt sich ein faszinierendes Schreibsystem, mit dem jeder - bei entsprechender Übung - verblüffende Schreibgeschwindigkeiten erreichen kann.

Stenografie bringt im Berufs- und im Privatleben viele Vorteile, die oft unterschätzt werden. Wer über gute Kurzschriftkenntnisse verfügt, schreibt zeitsparend und ist in der Lage, wichtige Gedanken und Notizen blitzschnell auf das Papier zu bannen. Dies kann nicht nur für Schüler und Studenten sehr hilfreich sein. Das Argument, dass Redetexte mit einem Diktiergerät viel einfacher festzuhalten seien, lassen Steno-Könner nicht gelten: Schließlich müssen solche Tonband-Aufnahmen zu Hause noch einmal in ganzer Länge abgehört und Stichpunkte gemacht werden. Dieser Zeitaufwand wird durch Stenografie eingespart.

Die Stenografie ist relativ leicht zu erlernen. Sie gliedert sich in drei Stufen:

  • Verkehrsschrift

  • Eilschrift

  • Redeschrift


Diese drei Stufen bauen aufeinander auf und können sowohl einzeln als auch untereinander vermischt angewendet werden.

Mit der üblichen Langschrift schreibt man gerade mal 35 bis 40 Silben pro Minute. Mit der Verkehrsschrift erreicht man bei entsprechender Übung ohne Probleme bereits 120 Silben pro Minute; mit der kürzeren Eilschrift sogar 180 bis 200 Silben pro Minute. Quasi die "Krönung" der Stenografie ist die Redeschrift, mit der man 450 Silben und mehr pro Minute aufs Papier bringen kann. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Sprechgeschwindigkeit der Nachrichtensprecher liegt bei etwa 250 Silben pro Minute.

Beherrscher der Redeschrift arbeiten oft als Parlamentsstenografen in den Landtagen oder im Deutschen Bundestag. Voraussetzung als Stenograf im Bundestag: Studium während der Ausbildung! Nicht selten haben Stenograf(inn)en auch promoviert.

Ganz aktuell: Gerade in dieser Zeit werden für die Mitschrift der Aktionärsfragen auf Hauptversammlungen händeringend Stenografen gesucht. Stenografen mit einer guten Silbenzahl und entsprechenden Anschlägen für die anschließende Übertragung sind rar geworden!

Aber die Kurzschrift ist ganz individuell nutzbar. Wer einmal Zeit und Mühe geopfert hat, sich diese Schreibkunst anzueignen, der wird ihre Vorteile schnell schätzen lernen.



 
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